Gemeinde Sandhausen

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Dieser Maibaum konnte sich sehen lassen

In Sandhausen ist die Debatte um das Maibäumchen des Vorjahres endgültig vorbei und damit auch der bürgermeisterliche Spott


In diesem Augenblick war es vollbracht, der Sandhäuser Maibaum stand wie er stehen sollte und enorm viele Sandhäuser aller Generation freute sich ungemein

In diesem Augenblick war es vollbracht, der Sandhäuser Maibaum stand wie er stehen sollte und enorm viele Sandhäuser aller Generation freute sich ungemein

War der Maibaum, den die Freiwillige Feuerwehr am 30. April des vergangenen Jahres auf dem Lège-Cap Ferret-Platz aufstellte, nun acht oder neun Meter lang? Jedenfalls löste dieses eher bescheidene Bäumchen damals eine Reihe von Spekulationen aus, die erst ein Jahr später verstummen sollten.
 
Denn der Maibaum des Jahres 2018 war wohlgemerkt ohne Spitze mindestens 17 Meter lang, schätzte nicht nur, aber auch Bürgermeister Georg Kletti. Rechnet man die grüne geschmückte Spitze hinzu, hatte sich die Baumlänge demnach im Vergleich zum Vorjahr gut und gerne verdoppelt.
 
Dass sich das Gemeindeoberhaupt hierüber ausgiebig freute, ist insofern nachvollziehbar, als ihm der vorjährige Maibaum offenbar einigen Spott eingebracht hatte. „Ein ganzes Jahr lang hat er mir unter die Nase geschmiert, dass Sandhausen Zweite Liga spielt, aber solch einen mickrigen Maibaum hat“, so Georg Kletti.
 
„Er“ war der Leimener Rathauschef Hans D. Reinwald, weshalb dessen Sandhäuser Pendant nun viel Wert auf die Feststellung legte, dass der Maibaum in der einstigen Hopfenhochburg heuer größer sei als jener in der benachbarten Europa-, Sport- und Weinstadt.
 
Georg Kletti verriet aber auch, wem das konkret zu danken ist. Nämlich Matthias Brecht, dem Leiter des Bauhofs der Gemeinde Sandhausen. Über Stunden hinweg sei dieser an einem Samstag mit dem Fahrrad durch den Wald gedüst, bis er dann im Hockenheimer Forst fündig geworden sei.
 
Von dort aus habe man den Baum zunächst zum Bauhof und später auf das Feuerwehrareal am Leimbach transportiert. Am Leimbach zwischen Sandhausen und Leimen gibt es freilich noch ein Örtchen, mit dem sich viele Sandhäuser nur allzu gerne befassen.
 
Und das nicht nur regelmäßig beim Kerweauftakt mit Reimen des Kerwepfarrers wie etwa „Schau ich zum Himmel, uns einige Wolken begegnen, wäre mir in Dilje, tät’s regnen!“ Vielmehr spielte St. Ilgen auch beim Maibaumstellen am 30. April 2017 durchaus eine Rolle.
 
Jedenfalls für Jutta Staudt vom Sandhäuser Musikverein, die sich seinerzeit, wie sie jetzt zurückblickte, beim Anblick des Minimaibaumes folgendes gedacht habe: „Dilje hat ihn abgesägt!“ Rudi Sailer wiederum, ein in Sandhausen lebender „Diljemer“, dementierte das prompt: „Alles böse Gerüchte, wenn wir das wirklich gemacht hätten, hätte das niemand gemerkt!“
 
Doch als dann der neue Maibaum stand, den die Feuerwehr mit jeder Menge Routine und Können von der Waagerechten in die Senkrechte beförderte, war das kleine Fest samt vieler netter Gespräche keineswegs beendet. Denn schließlich spendierte die Gemeinde Brezeln und Getränke aller Art, die ganz wunderbar zu den beschwingten Klängen des Musikvereins genossen werden konnten. (pop)