Gemeinde Sandhausen

Seitenbereiche

Verabschiedung und Amtseinführung

Artikel erschienen am 13.07.2021

„Wie man sich mit Fleiß und Liebe zu seiner Heimatgemeinde einen solchen Traum erfüllen kann“
 
In der Festhalle wurde Bürgermeister Georg Kletti aus dem Amt verabschiedet und der neue Bürgermeister Hakan Günes in sein Amt eingeführt. Auch das fünfthöchste Amt im Staat war mit von der Partie.
 
Von Werner Popanda

Rund 130 geladene Gäste wohnten der Amtsübergabe in der Sandhäuser Festhalle bei.
Rund 130 geladene Gäste wohnten der Amtsübergabe in der Sandhäuser Festhalle bei.

Hatte sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am 28. Juni in der Festhalle noch in einer Überraschungsaktion von Bürgermeister Georg Kletti und Ortsbaumeister Michael Schirok verabschiedet, konnte drei Tage später von einer Überraschung wahrlich nicht die Rede sein. Denn auf dem Programm der an diesem Tag stattfindenden Zusammenkunft in der Festhalle stand klipp und klar das: „Verabschiedung von Bürgermeister a.D. Georg Kletti“.
 
Hierbei handelte es sich freilich nur um den ersten Programmteil. Denn wenn jemand aus einem Amt verabschiedet wird, wird in der Regel auch jemand neu in dieses Amt verpflichtet und vereidigt. Weshalb der zweite Programmteil so lautete: „Amtseinführung von Hakan Günes.“ Doch ob nun Verabschiedung oder Amtseinführung spielte insofern keine Rolle, als der Auftakt jeweils Eva Maria Eichler vorbehalten blieb. Und um es vorwegzunehmen: Die Bürgermeister-Stellvertreterin meisterte sowohl die Feier zur Verabschiedung als auch die Eröffnung der Gemeinderatssitzung zur Amtseinführung mithin famos.

Bürgermeister-Stellvertreterin Eva Maria Eichler führte souverän durch Verabschiedung von Georg Kletti und die Amtseinführung von Hakan Günes.
Bürgermeister-Stellvertreterin Eva Maria Eichler führte souverän durch Verabschiedung von Georg Kletti und die Amtseinführung von Hakan Günes.

Beginnend mit der Begrüßung der Gäste, unter denen sich zwar nicht der Bundespräsident, der Bundestagspräsident, der Bundeskanzler und der Bundesratspräsident befand. Doch der Inhaber des fünfthöchsten Amtes im Staat war durchaus zugegen: Nämlich Professor Dr. Stephan Harbarth, der diesen Rang seit seiner Ernennung zum Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts am 22. Juni 2020 einnimmt. Seine nach wie vor offenbar immer noch enge Verbindung zu Sandhausen rührt daher, dass er von 2009 bis 2018 CDU-Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Rhein-Neckar war und in diesen Jahren in schönster Regelmäßigkeit sowohl seinen lokalen Parteifreunden die Aufwartung machte als auch so manchem Sandhäuser Ereignis inklusive dem einen oder anderen Fest.
 
Jedenfalls konnte Eva Maria Eichler ihn nun ebenso herzlich willkommen heißen wie Landrat Stefan Dallinger, die Landtagsabgeordneten Christiane Staab und Norbert Knopf und den ehemaligen Landtagsabgeordneten Karl Klein. Hinzu gesellten sich aktive und ehemalige Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, aktive und ehemalige Bürgermeister und Oberbürgermeister der Sprengelkommunen, Zweckverbändevertreterinnen und -vertreter sowie Repräsentanten der Schulen, Vereine, Kirchen, Feuerwehr, Polizei, Gemeindeverwaltung und Personalräte.

Sie alle ließ Eva Maria Eichler, die sich seit 1980 im Kommunalparlament engagiert und es daher wissen muss, wissen, dass Georg Kletti vor 16 Jahren von seinem Amtsvorgänger Erich Bertsch das „wohlbestellte Haus einer Gemeinde mit hoher Lebens- und Wohnqualität“ übernommen habe. Seinerzeit habe die Gemeinde 14.281 Einwohner gehabt, heute seien es 15.414, woraus sie folgerte, dass „Sandhausen eine Zuzugsgemeinde in einem der stärksten Wirtschaftsgebiete Deutschlands war, ist und bleibt“. Dem scheidenden Bürgermeister bescheinigte Eva Maria Eichler, 16 Jahre lang ganz in der Tradition seiner Amtsvorgänger Walter Reinhard und Erich Bertsch vorbildlich agiert zu haben. Hiervon zeugten beispielsweise die Erfolge in der Entwicklung der kommunalen Kinderbetreuung und des Schulstandortes. Weiterer Ausdruck des „gelebten Miteinander und Füreinander“ seien die 90 örtlichen Vereine, die auch stets von der Verwaltung unterstützt worden seien.

Stabwechsel im Rathaus: Georg Kletti (links) übergab sein Amt nach 16 Jahren als Bürgermeister an seinen Nachfolger Hakan Günes.
Stabwechsel im Rathaus: Georg Kletti (links) übergab sein Amt nach 16 Jahren als Bürgermeister an seinen Nachfolger Hakan Günes.

Nicht außen vor lassen wollte Eva Maria Eichler, dass sich auch Landesinnenminister Thomas Strobl bei Georg Kletti bedankt habe. Und zwar mit diesen Worten: „Sie alle, Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, können auf das Erreichte stolz sein. Es ist mir ein Herzensanliegen, Ihnen für Ihren Einsatz, Ihre Arbeit und für das gute Miteinander meinen tiefen Dank auszusprechen. Geben Sie diesen Dank an alle Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter.“ Letzten Endes machte Eva Maria Eichler folgende Bilanz der Amtszeit von Georg Kletti auf: „Arbeitswille, Arbeitseinsatz, Verantwortung zu tragen, das erfüllte die 16 Jahre im Amt des Bürgermeisters.“ Doch habe alles seine Zeit und die Welt drehe sich weiter, weshalb nun Hakan Günes als Amtsnachfolger von Georg Kletti ebenso ein „arbeitsreiches und verantwortungsvolles Arbeitsleben“ bevorstehe.

„Unglaubliches Engagement, immer mit offenem Visier und klarer Kante und immer auch Verlässlichkeit“ waren laut Stefan Dallinger der Markenkern von Georg Kletti. Dabei besonders beeindruckt habe ihn, so der Landrat, die Bandbreite von der Ortskernsanierung bis hin zum Sandhäuser Hopfen, mit der sich dieser intensiv beschäftigt habe. Zu schätzen gelernt habe er an Georg Kletti aber auch dies: „Der Nächste, der ihm gegenüberstand, war ihm immer der Wichtigste.“

CDU-Fraktionsvorsitzender Uwe Herzog (links) legte dem neuen Bürgermeister die Sandhäuser Amtskette um.
CDU-Fraktionsvorsitzender Uwe Herzog (links) legte dem neuen Bürgermeister die Sandhäuser Amtskette um.

Die Verpflichtung und Vereidigung des neu gewählten Bürgermeisters fiel laut einer einstimmigen Entscheidung des Gemeinderates dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Uwe Herzog. „Ich kann mich“, eröffnete dieser seine Einführungsrede, „noch genau erinnern, als wir uns zum ersten Male getroffen haben, Hakan. Eine Handvoll junger Menschen wollte etwas tun, wollte sich in ihrer Heimatgemeinde einbringen, wollte etwas bewegen. Da hat dein politischer Lebensweg begonnen.“ Nun warte auf Hakan Günes „keine leichte Aufgabe, denn die Anforderungen und Entscheidungen, die Du hier vorfindest, sind vielfältig und müssen unterschiedlichen Interessen gerecht werden“. Und es werde nicht ausbleiben, dass Kompromisse geschlossen werden müssten, denn häufig gebe es nicht nur einen einzigen Weg, um ein Ziel zu erreichen.
 
Unterm Strich, hob Uwe Herzog hervor, habe Hakan Günes „allen gezeigt, wie man sich mit Fleiß und Liebe zu seiner Heimatgemeinde einen solchen Traum erfüllen kann“. Und auch, wenn das Amt des Bürgermeisters wie kaum ein anderes die Möglichkeit biete, zu gestalten, verlange es doch einen hohen persönlichen Einsatz. Allerdings werde, zeigte sich Uwe Herzog überzeugt, Hakan Günes mit seiner ausgeschlossenen, gesprächsbereiten und stets bürgernahen Art auch diese Herausforderung meistern.

CDU-Fraktionsvorsitzender Uwe Herzog (links) gratulierte dem neuen Bürgermeister Hakan Günes zur Amtseinführung.
CDU-Fraktionsvorsitzender Uwe Herzog (links) gratulierte dem neuen Bürgermeister Hakan Günes zur Amtseinführung.

Für die Sprengelkommunen wünschte Nußlochs Bürgermeister Joachim Förster seinem neuen Amtskollegen, der seiner Meinung nach „alles mitbringt, was es für dieses Amt braucht, die „Kraft und die Ausdauer, das alles zu bewältigen“. Für die katholische und evangelische Kirchengemeinde gab Pfarrer Bernhard Wielandt Hakan Günes den Ratschlag, auf einen „kollegialen und mannschaftsdienlichen Führungsstil“ Wert zu legen. Als Vertreterin der Sandhäuser Vereine kam Britta Rehn vom SC Sandhausen, dem Heimatverein von Hakan Günes, zu dem Schluss, dass dieser als ausgeprägter Teamspieler „weiß, dass er allein kein Spiel gewinnen kann“. Zugleich hielt sie fest, dass er trotz seiner Jugend ebenso umsichtig und gewissenhaft wie ziel- und lösungsorientiert sei. Alles in allem treffe dies zu: „Er kann Verantwortung, er hat Durchsetzungsvermögen, er kann führen!“
 
Für die Sandhäuser Schulen unterstrich Christa Ernst, die Leiterin der Friedrich-Ebert-Werkrealschule, dass Hakan Günes der lebendige Beweis sei, dass man mit guter Bildung etwas erreichen kann“. Folglich hoffe sie, dass „ihm Bildung eine Herzensangelegenheit ist“. Wozu auch zähle, Sandhausen zu einer digitalen Vorzeigegemeinde zu machen. Last but not least ergriff als Vorsitzender des Personalrates im Rathaus Kevin Weirether das Wort. Im Namen aller 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus teilte er Hakan Günes folgendes mit: „Wir stehen zu 110 Prozent hinter ihnen, wir wünschen Ihnen bei allen politischen und personalpolitischen Entscheidungen eine gute Hand. Auf gutes Gelingen und eine gute Zusammenarbeit“. Nach der Ansprache von Hakan Günes war wieder das Saxophonquartett der Musikschule Südliche Bergstraße an der Reihe, das das Publikum schon zuvor zwei Mal mit seinem musikalischen Können verzaubert hatte.

Die Musikschule Südliche Bergstraße sorgte für eine gelungene Umrahmung des Festaktes.
Die Musikschule Südliche Bergstraße sorgte für eine gelungene Umrahmung des Festaktes.