Gemeinde Sandhausen

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Fortsetzung Gemeinderatssitzung 24.06.2019

- Umsetzung Alternativkonzept zum Rückbau der L600:
  Ausweisung des Naturschutzgebietes Brühlwegdüne -

Im Rahmen des Nicht-Rückbaus der ehemaligen L600 zwischen dem Land Baden-Württemberg, vertreten durch das Regierungspräsidium Karlsruhe, und der Gemeinde Sandhausen, wurde am 25. Juni 2015 ein öffentlich-rechtlicher Vertrag geschlossen. In einem landschaftspflegerischen Begleitplan wurden vier Maßnahmen dokumentiert, die zur Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Vertrags notwendig sind. 

 Inzwischen sind 2 von 4 Maßnahmen bereits abgeschlossen und die dritte steht kurz vor dem Abschluss.
 
Der vierten und letzten Ausgleichsmaßnahme „Am Brühlweg“ stimmte der Gemeinderat nun in seiner jüngsten Sitzung zu. Diese beinhaltet die Herstellung einer ca. 32 Hektar großen Fläche als Naturschutzgebiet, die rund 15 Hektar Wintergrün- und Weißmoos-Kiefernwald sowie 15 Hektar offenen Sandrasen aufweisen soll. Die herzustellende Sandrasenfläche war nachträglich auf Änderungswunsch der Naturschutzverbände NABU, BUND und LNV im Entwurf der Verordnung über das Naturschutzgebiet von ursprünglich 2,8 Hektar auf 15 Hektar erweitert worden.
 
Die Entwicklung der Wintergrün- und Weißmoos-Kiefernwälder wird in 2 Phasen erfolgen. Die erste Phase dauert 10 Jahre, in der 7,5 Hektar realisiert werden. Danach folgen weitere 7,5 Hektar. Die hierzu erforderliche Auflichtung ist erreicht, wenn ein Bestockungsgrad von mindestens 40 % auf den aufgelichteten Flächen hergestellt ist.
Die Sandrasen und Sandheiden soll in 3 Phasen schrittweise entwickelt werden. Erst bei Einstellung der Entwicklungsziele kann die nächste Phase eingeleitet werden. Die Gesamtentwicklung dauert mindestens 20 Jahre. Ob ein Entwicklungsziel erreicht ist, beantwortete Bürgermeister Kletti die Frage Gemeinderat Hettingers, entscheide ein Schutzbeirat, in dem auch die Gemeinde Sandhausen vertreten ist. Außerdem habe man darauf geachtet, dass eine dauerhafte Pflege, z. B. durch Beweidung durch Schafe, im Vertrag festgehalten wurde, die eine Auflichtung gewährleisten.
 
„Auch wenn die Rodung in mehreren Etappen und über mehrere Jahre verteilt vorgenommen wird: Am Ende werden mindestens 20 Fußballfelder Wald verschwunden sein. Hervorzuheben ist hierbei, dass für diese Fläche kein einziger Baum an anderer Stelle aufgeforstet wird.“, stellte Gemeinderat Albrecht erstaunt fest.
„Offensichtlich bewerten die Naturschutzverbände in diesem Fall Natur- und Artenschutz höher als den Klimaschutz. Und wir auch, denn unsere bestehenden Dünen-Naturschutzgebiete haben eine herausragende Bedeutung für die Binnendünen und Flugsanddecken.“, äußerte Gemeinderat Schulze.
„Wir verlassen uns auf die Fachleute und sind froh Dünenlandschaft zurückzugewinnen.“, befand Gemeinderat Liebetrau, der darauf hinwies, dass Sandhausen das zweitgrößte Dünenschutzgebiet in Baden-Württemberg habe.
Gemeinderat Hettinger erklärte, dass ein Naturschutzgebiet aus verschiedenen Gründen entstehen könne, es aber ein Unterschied sei, ob man hierfür einen Parkplatz baue.
 
Sind Bürger, deren Besitz an das Naturschutzgebiet angrenze, in irgendeiner Weise von der Schaffung des Naturschutzgebietes betroffen, erfragte Gemeinderat Diem, was Ortsbaumeister Schirok mit einem klaren „Nein“ beantwortete.
 
Unter dem Tagesordnungspunkt Annahme von Spenden, Schenkungen und ähnlichen Zuwendungen durch die Gemeinde stimmte der Gemeinderat der Annahme von Spenden in Höhe von insgesamt 1.400,00 € zu.
 
Fragen und Anregungen der Gemeinderäte betrafen:
 
Öffentliches WLAN in der Gemeindebibliothek
  Dieses wird voraussichtlich am Ende des Jahres verfügbar sein.
Den Spazierweg parallel zur Straße Am Forst
  Angeregt wurde die wuchernden Pflanzen, die in den Weg hineinragten, zu entfernen. Die Verwaltung
  versprach dies zu prüfen.

Die Fensterläden am Gebäude der Kernzeitbetreuung
  Um den Denkmalschutz zu gewährleisten, wird sich der Einbau der neuen Fensterläden zeitlich verzögern.

In der Fragestunde der Bürgerinnen und Bürger interessierte man sich für
 
Das Bebauungsplanverfahren „Sportzentrum Süd“
  Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens „Sportzentrum Süd“ sollen zwei weitere Trainingsplätze im
  Rahmen der Nachwuchsförderung errichtet werden. Hintergrund sind mangelnde Trainingskapazitäten.
  Die entfallende Waldfläche muss an anderer Stelle wieder aufgeforstet werden. Vorgeschlagen wurde
  nun seitens der Bürgerinitiative „Pro Waldschutz Sandhausen“ diesen Schritt zu überdenken.
  Der Einleitungsbeschluss wurde nach einem gemeinsamen Abwägungsprozess im Gemeinderat mehrheitlich
  und ohne Gegenstimme verabschiedet. Derzeit wird das Verfahren von den Trägern öffentlicher Belange
  geprüft. Die endgültige Entscheidung steht noch aus.