Gemeinde Sandhausen

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Öffentliche Gemeinderatssitzung vom 25. April 2016

- Jahresbericht 2015 Verein „Offene Jugendarbeit e.V.“ -
- Jahresbericht 2015 Schulsozialarbeit an Sandhäuser Schulen -
- Bebauungsplan „Bandholz“ -
- Bebauungsplan „Große Mühllach II – 1. Änderung“ -

Besonders beliebt waren die Turniere am Freitagabend.
Besonders beliebt waren die Turniere am Freitagabend.

Das Jugendzentrum „Up2Date“ ist nach wie vor eine angesagte Anlaufstelle. Dies zeigte der Jahresbericht 2015 des Vereins „Offene Jugendarbeit e.V.“. Mit 3642 Besuchern blieben die Zahlen gegenüber den Jahren 2012-2014 auf dem gleichen Niveau. Vertreten waren Jugendliche im Alter zwischen 9 und 21 Jahren, die zu 85% in Sandhausen wohnten. Einen deutlichen Zuwachs erfuhr aufgrund des vielfältigen Programmangebots sowie der Vernetzung mit Vereinen und anderen Institutionen die Gruppe der 10-14-Jährigen, erläuterte Nadine Steger vom Jugendzentrum „Up2Date“ die Statistiken des Jahresrückblicks.
Der „Offene Treff“, d.h. die Nutzung des Jugendzentrums ohne festgelegtes Programm, wurde zu 80 % von männlichen Besuchern zwischen 15 und 18 Jahren in Anspruch genommen. Als Ansprechpartner für Problemlagen in Schule und Familie, aber auch für Bewerbungen standen den Jugendlichen die verantwortlichen Mitarbeiter zur Verfügung. Zudem besuchten Jugendliche ab 12 Jahren das „Up2Date“, um Musik zu hören oder sich mit Freunden zu treffen. Das Angebot im „Kids-Treff“, das zweimal die Woche stattfand, richtete sich an Kinder ab 9 Jahren, die sich deutlich selbstbewusster ohne die älteren Jugendlichen zeigten.
Im „Café“ des Jugendzentrums, das an allen 5 Wochentagen geöffnet war, wurden nicht nur kleine Speisen und Getränke zu günstigen Preisen sondern auch gemeinsame Kochaktionen angeboten. Für Basteleien und zum Malen stand den Kindern und Jugendlichen ein separater Raum bereit. Die regelmäßigen Angebote wurden 2015 von 260 Jugendlichen besucht, wobei die männlichen Teilnehmer den Schwerpunkt bildeten. Bei den einmaligen Aktionen wie z.B. Ausflüge ins Freizeitbad „Miramar“ oder in den „Holiday Park“, waren es mit 164 Besuchern hauptsächlich die weiblichen Teilnehmer. Sowohl bei den regelmäßigen, als auch bei den einmaligen Aktionen war der Anteil von Jugendlichen mit Migrationshintergrund mit rund 20 % eher gering. Neben den Freizeitgestaltungsmöglichkeiten nutzten 3 Jugendliche im vergangenen Jahr das Schulzentrum für ein Schulpraktikum. Für das Jahr 2016 hoffte man erneut auf vermehrtes Interesse im Bereich der regelmäßigen Aktionen, für die u.a. der Besuch eines Kletterparks und einer Minigolfanlage in Aussicht gestellt wurde.
Nach der Präsentation nutzten die Fraktionen die Gelegenheit sich für das Engagement der Mitarbeiter zu bedanken und ihre Fragen zu stellen.
Wenn man die Anzahl der Besucher durch die Besuchstage dividiert, so zeige dies, dass 14 Kinder am Tag an den Angeboten des Jugendtreffs teilgenommen hätten und dadurch weg von der Straße wären, bedankte sich Gemeinderätin Anna Köhler bei den Mitarbeitern und ehrenamtlichen Jugendlichen für diesen Erfolg. Hinsichtlich der Sommermonate erbrachte sie den Vorschlag Sportturniere vermehrt draußen zu organisieren. Ihre Nachfrage, wie viele Kinder abends den „Offenen Treff“ besuchten, konnte mit 15-20 Kindern beantwortet werden. „Eine Gemeinde muss soziale Teilhabe ermöglichen“, ergänzte Gemeinderat Jonas Scheid und lobte das vielseitige Angebot. Auch Gemeinderat Liebetrau, dem besonders die Einzelfallhilfen, z.B. für Bewerbungen gefielen, nahm den Bericht mit Freude zur Kenntnis. Ob und wer sich seitens des Vereins „Offene Jugendarbeit e.V.“ bei den Flüchtlingen in Sandhausen einbringen würde, beantwortete der Geschäftsführer des Vereins Michael Schnopp dahingehend, dass dies in seinen Bereich fiele.
Dass die Zahlen stabil seien und man in diesem Jahr im Gegensatz zum Vorjahr für die Teamersitzungen Jugendliche gewinnen konnte, die sich im „JUZ-Alltag“ einbrächten, freute Gemeinderat Lauterbach und er wünschte für die Sommermonate trotz Fußballeuropameisterschaft auch weiterhin stabile Besucherzahlen.
Als nächstes stellte der Geschäftsführer und Einrichtungsleiter des Friedrichstifts Ev. Kinder- und Jugendhilfe Leimen, Beo Rauscher, den Jahresbericht 2015 über die Schulsozialarbeit an Sandhäuser Schulen vor. Ihn unterstützten die 4 Schulsozialarbeiter/innen: Frau Sabine Demissie von der Theodor-Heuss-Grundschule, Frau Janina Tripaldi von der Pestalozzi-Förderschule, Frau Sabrina Uhl und Herr Pino Hoffmann vom Friedrich-Ebert-Schulzentrum, die mit je 19,5 Stunden pro Woche an ihren Schulen vertreten waren. „Wir verstehen Schulsozialarbeit als ein Angebot der Jugendhilfe, das von sozialpädagogischen Fachkräften direkt an der Schule angeboten wird. Ziel sei es, alle Beteiligten im Schulleben zu unterstützen, so dass sie bei Problemen Hilfe und Entlastung erführen“, so Rauscher. Die Aufgabenfelder der Schulsozialarbeit umfassten neben der Beratung von Schülern und Eltern in schwierigen Lebenslagen, die Intervention bei akuten Problemen, sozialpädagogische Klassen- und Gruppenangebote, die Unterstützung in den Bereichen Gewalt-, Mobbing-, Sucht- und Berufsorientierung, aber auch die Weitervermittlung an ergänzende externe Hilfsangebote. Als Ursache für den Beratungsbedarf wurden u.a. familiäre oder psychische Probleme, Mobbing, Defizite im Sozialverhalten, fehlende Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Wut und Ängsten sowie Verweigerungstendenzen genannt. Letztere hatten 2015 stark zugenommen. In 15 Fällen bestand der Verdacht auf Kindeswohlgefährdung, der 3 offizielle Meldungen beim Jugendamt nach sich zog und zur Anrufung des Familiengerichts geführt hatte. Insgesamt fanden im Schuljahr 2014/15 523 Schüler-, 136 Lehrer- und 106 Elterngespräche sowie 40 Klassen- bzw. Gruppenangebote statt.
Bereits im 4. Jahr sei sie an der Theodor-Heuss-Grundschule tätig, informierte Sabine Demissie den Gemeinderat und gab einen kurzen, anschaulichen Einblick in ihrer Arbeit. Die Kooperation mit den dortigen Lehrkräften beschrieb sie als gut. 51 Einzelgespräche habe sie im letzten Jahr mit den Schülern geführt und wollte ihre Arbeit bewusst nicht als Sanktionsmaßnahme sondern als Hilfsangebot verstanden wissen. Als Beispiele aus dem Schulalltag führte sie die Trauerbegleitung eines Schülers, Fördermaßnahmen zur Stärkung des Selbstbewusstseins und der persönlichen Entwicklung, Entspannungsangebote sowie die Sensibilisierung für die eigenen Gefühle an. Frau Tripaldi, die vor einem Jahr die Nachfolge von Frau Burg an der Pestalozzi-Förderschule angetreten hatte, dankte für den eigenen Besprechungsraum. Den Schwerpunkt ihrer Arbeit habe sie zunächst auf die Kontaktaufnahme zu den Schülern gesetzt und später durch Sozialtraining, Einzelfallhilfen, Projekt- und Gruppenarbeit ergänzt. Auch Frau Uhl von der Werkrealschule dankte für den eigenen Raum, der durch seine Lage leicht zu erreichen sei. Neben einem Elterninformationsabend zu den digitalen Medien, habe sie mit den Schüler/innen das Ferienprogramm gemeinsam gestaltet, Streitschlichter- und Suchtmentorenausbildungen durchgeführt, eine Mädchengruppe und schwerpunktmäßig Einzelfallhilfen angeboten. Pino Hoffmann vom Friedrich-Ebert-Gymnasium ergänzte, dass es durch die räumliche Nähe Schnittpunkte in der Schulsozialarbeit mit der Werkrealschule gebe. Des Weiteren habe er im letzten Jahr Präventionsprojekte zu Mobbing und Cybermobbing, Gewaltprävention, ein Konzentrations- und Lerntraining sowie Hausaufgabenbetreuung im Schulalltag angeboten. In Planung seien eine Jugendgruppe, schulübergreifende Elternabende sowie Turniere mit dem Jugendzentrum.
Abschließend stellte Rauscher fest, würde die Schulsozialarbeit weiterhin gut von Schülern, Eltern und Lehrern angenommen. Wenngleich man aufgrund der begrenzten zeitlichen Kapazitäten durch die Zunahme an Schülergesprächen die Gruppenangebote reduzieren müsse. Die Qualitätsstandards für die Schulsozialarbeit im Rhein-Neckar-Kreis würden jedoch bereits vom Friedrichstift und der Gemeinde voll erfüllt.
Gemeinderätin Köhler fügte neben ihrem Dank für die geleistete Arbeit den Vorschlag hinzu für das nächste Jahr die Aktivitäten aufzuführen, die aus Zeitgründen nicht stattfinden konnten. Ihre Frage, inwiefern sich die hohe Zahl der Hilfs- und Beratungsangebote an der Grundschule erklären ließ und ob die Stellenverhältnisse ausgeglichen sein, beantwortete Rauscher damit, dass der Bedarf an der Grundschule sehr hoch sei und man daher den Fokus darauf richten sollte. Kinder wüchsen oftmals unbeaufsichtigt auf und die Symptome würden dann in der Schule sichtbar. Gemeinderat Dr. Horn bedankte sich für den sehr guten Einblick und die Kooperation der Schulen. Der Ausbau der Schulsozialarbeit sei in der Vergangenheit durch die Unterstützung des Landes von einer auf 4 halbe Stellen erhöht worden und er hoffe, dass man auch in Zukunft diesen Qualitätsstandard beibehalten könne. „Die Schulsozialarbeit wird sehr gebraucht“, war das Fazit von Gemeinderätin Seeger, die ergänzend hinzufügte, dass die weiterführenden Schulen von der Grundarbeit an der Grundschule profitieren würden. Gemeinderat Lauterbach interessierte, ob der Grund, warum Schüler immer mehr der Schule fern blieben, darin läge, dass diese lieber an der Playstation säßen oder Versagensängste hätten. Hierzu zeigte Rauscher, dass die Ursachen vielfältig sein und neben Ängsten, Nullbockstimmung und Schulschwänzen mit Unterstützung der Eltern reiche. Abschließend wollte Lauterbach wissen, ob man einen Effekt spüren würde, wenn man die Stundenzahl der Schulsozialarbeit an der Grundschule erhöhte, was der Geschäftsführer des Friedrichstifts bejahte, aber auch damit ergänzte, dass an der weiterführenden Schule andere Themen wie z.B. die Pubertät, Suchtmittel usw. zu bewältigen sein. Auf die Frage, ob Herr Hoffmann als einziger männlicher Schulsozialarbeiter auch an die anderen Schulen im Ort beordert würde, betonte Rauscher, dass es insofern keine Sinn machen würde, da sich Kinder nur dann öffnen würden, wenn ein dauerhaftes Vertrauensverhältnis bestände.
Als nächster Tagesordnungspunkt folgte der Bebauungsplan „Bandholz“, der die Bebauung im Bereich zwischen Hauptstraße, Bandholzstraße, Ludwigstraße und Robert-Koch-Straße“ regelt. Im Rahmen des vorgeschrieben Verfahrens fand am 10. Februar 2016 eine vorgezogene Bürgerbeteiligung statt, aus der jedoch keine Anregungen hervorgingen. Der Realisierung der Bauwünsche auf dem Grundstück Robert-Koch-Straße 10 wurde unter Einhaltung der Bebauungsplanvorschriften stattgegeben. Der Anregung auf einem anderen Grundstück eine weitere Baufläche auszuweisen, um hier ein drittes Wohnhaus zu errichten, konnte nach Vorberatung im Technischen Ausschuss nicht entsprochen werden. Seitens der 16 Träger öffentlicher Belange ergingen Anregungen des Baurechtsamtes Heidelberg, die berücksichtigt wurden. Der Gemeinderat stimmte dem Bebauungsplan sowie der zugehörigen Satzung zu.
Nachdem der Gemeinderat sowohl den Einleitungsbeschluss als auch eine Veränderungssperre erlassen hatte, beriet man sich nun über den Entwurf des Bebauungsplans „Gewerbegebiet Sandhausen – 2. Änderung“. Idee des Entwurfs war die Aktualisierung aufgrund geänderter Erfordernisse. Diese seien neben der Regelung von Gebäudehöhen anstelle der Festlegung von Vollgeschossen, die Anpassung der Bezeichnungen der Energieträger für die Hochspannungsleitungen, die Übernahme des Vergnügungsstättenkonzepts sowie Hinweise auf die Ausweisung des Baugebietes als Hochwasserschutzzone. Der Gemeinderat erteilte dem Plan- sowie dem zugehörigen Satzungsentwurf zu den örtlichen Bauvorschriften seine Zustimmung.
Durch den Verkauf eines gemeindeeigenen Grundstücks an eine Baufirma zum Zwecke privater Wohnbebauung, wurden nun, wie dies bereits gegenüber dem Gemeinderat angekündigt war, geringfügige Abweichungen der Planung im Bebauungsplan „Große Mühllach II“ in einer 1. Änderung berücksichtigt. Hierbei handelt es sich um die Verschiebung öffentlicher Parkierungsflächen aufgrund der nunmehr vorgesehenen Tiefgaragenzufahrten, geringfügige Änderungen der überbaubaren Fläche, die Ausweisung von Gemeinschaftsstellplätzen bzw. -carports sowie die Änderung in eine offene Bauweise. Die zentralen Punkte des Bebauungsplans wie z.B. die Grund- und Geschossflächenzahlen und die Gebäudehöhen blieben jedoch unangetastet. Der Gemeinderat stimmte der Einleitung des Bebauungsplanverfahrens sowie dem Planentwurf zu.       -wird fortgesetzt-