Gemeinde Sandhausen

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L 600: Sandhausen stimmt dem Vertrag zu

Ein Knopf fehlt noch am Revers, nämlich die Zustimmung der Stadt Heidelberg. Die sollte Mitte Juli im dortigen Stadtrat positiv ausfallen. Dann ist die jahrelange Diskussion um den Erhalt der Landesstraße L600 zwischen Leimen / Umspannwerk und Sandhausen / Bruchhausen endgültig vom Tisch. Der Gemeinderat Sandhausen ist inzwischen geübt, Knöpfe „dranzumachen“  und zwar so, dass sie auch halten, nicht nur als reine Zierde oder Applikation. In jüngster Sitzung stimmte das Gremium sowohl dem ausgehandelten öffentlich rechtlichen Vertrag zu als auch der weiteren Vorgehensweise im Ablauf. Damit ist Bürgermeister Georg Kletti befugt und beauftragt, seine Unterschrift unter das Vertragswerk zu setzen. „Über das Thema gibt es wohl nichts mehr zu sagen, die Bundesrepublik Deutschland, das Land Baden-Württemberg und die Gemeinde Sandhausen werden den Vertrag unterzeichnen“, so Kletti. Der wurde etliche Male korrigiert und nichtöffentlich vorberaten. Noch zuletzt wurde ein Passus aufgenommen, der die Erlöse aus dem Holzeinschlag bei den Eigentümern verbleiben lässt und die nicht in die Finanzierung des Alternativkonzeptes der Ausgleiche eingehen. Vier Ausgleichsmaßnahmen, allesamt unter Steuerung und Monitoring des Regierungspräsidiums Karlsruhe wurden festgezurrt, darunter eine 32 Hektar große Fläche im Gewann „Am Brühlweg“, die als Naturschutzgebiet ausgewiesen wird. Etwas mehr als die Hälfte dieses Gebietes wird schrittweise in Sandrasen, Wintergrün und Kiefer-Weißmoos umgewandelt. Eine Umwidmung in Baugebiete ist ausgeschlossen. Die Gemeinde Sandhausen wird mit 665.000 Euro zur Kasse gebeten, „doch ohne diesen finanziellen Kompromiss wäre eine Einigung nicht zustande gekommen“ erklärte der Bürgermeister. Weniger also als bisher als Beteiligungsbeitrag von rund 1,5 Millionen Euro gefordert wurde, zumal die Naturschutzverbände auch erklärt haben, dass sie keine Klage wegen unterbliebenem Rückbau der Landesstraße erheben werden. Die Stadt Schwetzingen, auf deren Gemarkung die restlichen Ausgleichsmaßnahmen erfolgen sowie der Forst Baden-Württemberg hatten dem Vertragswerk bereits zugestimmt. Uwe Herzog (CDU) konnte diesem positiven Beschluss seitens seiner Fraktion zustimmen, „wir erwarten natürlich ein ebenso positives Signal aus Heidelberg“. Thomas Schulze (SPD) wollte dieses Politikum nun ad acta legen und verwies darauf, dass mögliche Mehrkosten zu Lasten des Landes gehen. „Auf uns kommt keine Kostenexplosion zu, lasst uns nun Taten sehen“, so seine Forderung. Diese „jetzt schöne Sache“ möchte Georg Diem (FDP) gerne nachverfolgen und begleiten, die Gemeinde hätte viel Geld in die Hand nehmen müssen, um Schaden abzuwenden, „doch mit dem Hosenträger von 665.000 Euro können wir leben“. Für Ralf Lauterbach (AL) liegt noch ein gutes Stück Weg vor Sandhausen, bis das Naturschutzgebiet den eigentlichen Mehrwert auch den Bürgerinnen und Bürgern erst deutlich mache. „Wir werden dies dokumentieren“, so seine Bekräftigung. Einstimmig wurde demnach dem Vertragswerk zugestimmt. (fi)