Gemeinde Sandhausen

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Öffentliche Gemeinderatssitzung vom 30.7.2012

Aus dem Gemeinderat

Öffentliche Gemeinderatssitzung vom 30.7.2012

Gemeinderat beschließt neue Stadionverordnung

 
Wer künftig mit einer mehr als 1,50 Meter langen Fahnenstange, einer Vuvuzela und einer Plastikflasche zu den Heimspielen des SV Sandhausen in der zweiten Fußball­bundesliga ins Hardtwaldstadion pilgert, der bekommt ein Problem. Oder genauer gesagt gleich drei. Denn weder die Fahne, noch das Blasinstrument, noch die Fla­sche sind erlaubt. Eine kleinere Fahne und ein Trinkbeutel hingegen wären erlaubt. All dies ist in der neuen Stadionverordnung geregelt, die der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig verabschiedete.
Bürgermeister Georg Kletti erklärte, dass mit dem Aufstieg des Vereins im Frühjahr eine "Modifikation" der bestehenden "Polizeiverordnung der Gemeinde Sandhausen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Hardtwaldstadion und Umgebung" aus dem Jahr 2008 notwendig geworden ist. Das mehrseitige Re­gelwerk wurde damals nach dem Aufstieg von der Regionalliga in die Dritte Liga er­stellt und lege die "Spielregeln" im und um das Hardtwaldstadion fest.
Ordnungsamtsleiterin Ulrike Sherman erklärte, dass der SV auf die Gemeinde zuge­kommen sei und um die Ergänzung sowie Änderung der Verordnung gebeten habe. Die neue Version sei zusammen mit der Polizei und dem Sicherheitsbeauftragten des SV erarbeitet worden. Dabei sind die Erfahrungen der vergangenen Jahre ein­geflossen, man habe sich aber auch an den Verordnungen anderer Bundesligisten orientiert.
Die erste Änderung ergebe sich durch die Erweiterung des Geltungsbereichs auf den Forsthausweg, die TV-Aufstellflächen und Parkplätze. Neu ist auch der Hinweis, dass das Stadion zur Sicherheit und zur Gefahrenabwehr videoüberwacht wird. Sherman erklärte, dass es keine Gepäckaufbewahrung für Zuschauer gibt. Gegenstände, die nicht mit ins Hardtwaldstadion genommen werden dürfen, werden am Einlass auf eigenes Risiko bis drei Stunden nach Spielende aufbewahrt. Werden diese nicht ab­geholt, gehen sie ans Fundbüro der Gemeinde.
Die Stadionverordnung regelt zudem, wie sich die Fans verhalten müssen, und dass den Anweisungen des Ordnungsdienstes Folge geleistet werden muss. Beispiels­weise dürfen ohne Genehmigung keine Zeitschriften verteilt oder Spendensammlun­gen durchgeführt werden. Auch das Anbringen von Bannern im Stadion ist geregelt. Es ist zudem verboten, "außerhalb der Toiletten die Notdurft zu verrichten". Wer sich nicht daran hält, kann des Stadions verwiesen werden.
Die Stadionverordnung sei ein Werkzeug für die Polizei, um auf Fehlverhalten zu reagieren und Ausschreitungen im Keim zu ersticken, sagte Christian Antlitz (CDU). Und weiter: "Der Besuch eines Fußballspiels sollte für die ganze Familie möglich sein." Roland Sohns (SPD) meinte, dass Fans auch Fahnen mitbringen, die länger als 1,50 Meter sind. "Das ist Utopie, diese dann rauszugreifen", sagte Sohns. "Man kann Randalierern nicht mit einer Verordnung Herr werden." Er könne trotzdem zu­stimmen, denn man müsse es versuchen und hoffen, dass die Gemeinde heil bleibt.
Es sei schade, dass man solche Regelungen treffen muss, sagte Ernst Klinger (FDP). "Gegen Fanatismus kann man sich nicht schützen, aber ohne die Verordnung geht nichts." Bürgermeister Kletti meinte, dass es auch beim SV Fans gäbe, die "in ihrem Benehmen noch Potenzial nach oben haben". Bisher sei immer alles gut ge­laufen. "Wir hoffen, dass es ruhig bleibt."
Christoph Moll – aus der RNZ       -wird fortgesetzt